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BeitragVerfasst: Mi, 17.5.06 8:04 
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Aloha Leutz,

ich habe ein Disput hinter mir: angenommen, eine Person IST taub
und stumm - auf Grund einer Deformation ihres Gaumes kann er/sie
nicht audioverbal sprechen und ist dazu eben auch noch taub und
voll gebärdensprachkompetent.

Eine Umfrage an die Runde:

Wie würdet ihr ihn/sie nennen: taub/gehörlos oder taubstumm?

Mein Gegenüber behauptet, er will Gehörlose nie mit "taubstumm"
diskriminieren, aber in diesem Fall wüsste er nicht wie er ihn/sie
anders sonst beschreiben könnte.

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BeitragVerfasst: Mi, 17.5.06 9:32 
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hallo Lubko,

ich würde ihn als gehörlos bezeichnen.... So wie ich von einem Menschen ohne Beine nicht erwarte, dass er tanzt, so erwarte ich nicht, dass ein Mensch spricht, wenn er nicht hören kann ob nun mit oder ohne Gaumendeformation... Für mich ist er nicht stumm, er hat seine Sprache.

Ich habe mal darüber nachgedacht, ob es Stummheit wirklich gibt... ich meine, wenn das Sprechwerkzeug nicht funktioniert, muss es ja letztlich immer noch nicht bedeuten, dass sich ein Mensch nicht äussern kann... die Möglichkeiten zur Kommunikation sind nicht immer einfach aber dennoch gibt es die unterschiedlichsten Wege... lormen, schreiben, gebärden.... Stumm definniere ich für mich, wenn ein Mensch all diese anderen Formen der Kommunikation nicht ausüben kann...

wie denkst Du darüber? Über das Wort "taubstumm" reg ich mich jedenfalls immer höllisch auf, ich mag es nicht und verwende es auch nicht.

Gruss Marie


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BeitragVerfasst: Mi, 17.5.06 10:48 
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So ist das eben: Die Realität liefert mehr "Einzelfälle" als Sprachen Worte haben. Und so kommt es, dass man in dem Bemühen, sich politisch korrekt auszudrücken irgendwann sprachlos wird. :-)))

Um es vorweg zu nehmen: Ich würde in diesem Falle von "taubstumm" reden. Die Wikipedia definiert Stummheit nämlich wie folgt:
Zitat:
Stummheit, das Unvermögen zu sprechen, ist ein entweder körperlich oder kognitiv bedingter Zustand, in dem sich ein Lebewesen nicht mit Lauten bzw. mittels der Lautsprache artikulieren kann, obwohl es im Regelfall bei der Art möglich sein sollte.
Im medzinischen Sinne ist die von Lukbo erwähnte Person also taub und stumm. Die von Marie37 angegebene Definition ist eine Möglichkeit, den Begriff "stumm" zu definieren. Sie deckt aber eben nur einen Teil der Realtität ab.

Meines Erachtens hinkt übrigens der von Marie37 gebrachte Vergleich. Viele Gehörlose könnten nämlich sprechen, denn die physiologischen Vorraussetzungen sind im Prinzip ja gegeben (funktionierende Stimmbänder etc. pp.). Es gibt ja auch genügend Beispiele, in denen Gehörlose die Lautsprache beherrschen. Übrigens - wie diskriminierend :-)))! - übersieht Marie37 auch den Fall der Spätertaubten: Die können nicht hören, aber in den allermeisten Fällen völlig normal sprechen.

Um diesen Fall eventuell deutlich zu machen, dass vor allem die medizinische Seite gemeint ist, könnte man sagen, dass die Person im "medizinischen Sinne taubstumm" ist.

Pnin


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BeitragVerfasst: Mi, 17.5.06 11:01 
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Nun und ich sage ja immer, wenn ein Mensch eine Sprache kann, (ob nun Lautsprache oder Gebärdensprache) ist er nicht stumm.
Ich beziehe mich mit meinen Argumenten nie darauf, dass ein GL nicht spricht, sprechen kann oder will (Lautsprache) , er kann eine Sprache die DGS und ist dadurch nicht stumm.

Stumm würde für mich eigentlich bedeuten, dass er/sie sich nicht äußern kann! Das Kann aber dieser GL mit Gaumenspralte, weil er DGS oder ÖGS kann.
Was Wiki schreibt ist mir ziemlich wurscht ;-)
Viele Grüße
Karin


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BeitragVerfasst: Mi, 17.5.06 11:04 
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@Karin: Du umgehst das Problem: Wie bezeichnest Du den medizinischen Sachverhalt, wenn eine Person nicht dazu in der Lage ist, sich lautsprachlich zu äußern (unabhängig jetzt vom Hörstatus)?

Pnin


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BeitragVerfasst: Mi, 17.5.06 11:09 
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Dann sage ich, er kann nicht sprechen. Nehmen wir mal die Kehlkopfkrebspatienten, die können auch nicht sprechen, nur mit diesem Mikrofon - würdest du sagen, sie sind stumm - die würden dich erschlagen ;-)
Mit einem Hilfsmittel, dem Mikro können sie sich äußern - analog mit der Gebärdensprache können GL sich äußern.
Von Stummheit würde ich nicht sprechen.

Karin

ps: meine Praktikantin (sitzt neben mir) sagt:

Stumm heißt ohne jede Sprache
Katja


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BeitragVerfasst: Mi, 17.5.06 11:47 
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Also, ich finde ja die Äußerung, jemand könne nicht sprechen, noch diskriminierender als die Äußerung, jemand sei stumm. Letzteres fasse ich auf (übrigens im Einklang mit dem Digitialen Wörterbuch der Deutschen Sprache) als: "ohne sich lautlich, in Worten zu äußern, ohne zu sprechen, schweigsam" und denke dabei an Stummfilm, stummer Diener, stumme Rolle! Beim ersten Ausdruck hingeben habe ich die Konnotation, dass man keine Sprache kann, also weder eine "laute" Sprache noch eine (stumme = stille) visuelle Sprache.

Man kann auch anders argumentieren: Ebenfalls im DWDS wird stumm definiert als "ohne die Fähigkeit, das Vermögen, sprechen zu können". In diesem Sinne sind also "nicht sprechen können" und "stumm" synonym.

Bei Kehkopfkrebspatienten würde ich differenzieren: Ohne ein technisches Hilfsmittel (Elektrolarynx oder Stimmprothese) ist man stumm, wenn man nicht eine Ruktusstimme ausgebildet hat. Dies ist meines Wissens nach nicht gerade leicht!

Man kann natürlich einfach mal behaupten "Stumm heißt ohne jede Sprache", nur habe ich bislang in keinem, aber auch keinem Wörterbuch oder Lexikon (digital und nicht digital), das ich konsultiert habe, diese Definition gefunden, noch eine, die auch nur so ähnlich wäre. Stummfilme ware ja auch nur "ohne Lautsprache" und nicht ohne Sprache!

Quintessenz aus meiner Sicht: Das Bemühen um eine politisch korrekte Ausdrucksweise führt zu einer Verarmung und Verballhornung der Sprache und wird uns irgendwann wirklich sprachlos und stumm machen.

Pnin

P.S: "Ohne jede Sprache" heißt: Sprachlos!

P.P.S.: Um das zu verdeutlichen:
1.) Stumm hörte ich mir die Rede an!
2.) Sprachlos hörte ich mir die Rede an!

Fall 1 meint: Ich hörte mir die Rede an und habe nix dazu gesagt, wahrscheinlich, um die Rede nicht zu stören. Ich blieb einfach still!

Fall 2 meint: Ich hörte mir die Rede an und war so erschrocken, entsetzt, dass mir nicht mehr einfiel, was ich dazu sagen könnte.


Zuletzt geändert von Pnin am Mi, 17.5.06 17:08, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: Mi, 17.5.06 16:36 
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"ohne sich lautlich, in Worten zu äußern, ohne zu sprechen, schweigsam" ... = stumm

davon ausgehend, dass die Gebärdensprache eine anerkannte Sprache ist, würde ich im Traum nicht auf den Gedanken kommen, einen Menschen, der diese benutzt, als stumm zu bezeichnen. Sprechen ist wohl das Verb von Sprache.... Ich habe hinsichtlich der Definitionen zur Gebärdensprache in Duden oder anderen Wörterbüchern von Ende der 90ziger Jahre die Definition gelesen, Gebärdensprache sei eine künstliche Sprache... Es gibt Definitionen, die es wert wären, erneuert zu werden damit man nicht vor so viel Althergebrachtem sprachlos wird. Auch das Wort "taub" ist auf diese Weise schon dem Zeitgeist angepaßt und als "gehörlos" neu definiert worden. Leider ist es schwer, sich von alten Zöpfen zu trennen, das braucht Zeit und das Wissen um die Bedeutung.

Gruss Marie


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BeitragVerfasst: Mi, 17.5.06 16:58 
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Marie, das mußt Du näher erläutern: Wenn "stumm" bedeutet, sich nicht "lautlich" also "laut", "akustisch" zu äußern, wo ist das Problem? Es bedeutet eben nicht, dass man "sprachlos" ist, keine Sprache beherrscht, nicht kommunizieren kann! In diesem Sinne ist die DGS anerkannter maßen eine stumme Sprache!

Aber das scheint mir ohnehin ein Problem bei diesen "Worfindungsdebatten" zu sein: Jeder versteht irgend etwas darunter, aber keiner ist willens mal nach zu fragen, wie jemand das meint. Stattdessen holen wir immer gleich die "Political correctness" Keule heraus!

Ich habe ja nun mehrere Definitionen des Wortes "stumm" gebracht, die alle darauf hinaus laufen, dass dieses Wort nicht die Bedeutung hat, die ihm unterstellt wird. Welch anderes Wissen um die "Bedeutung" hast Du, Marie37?

Meines Erachtens hast Du aber den springenden Punkt sehr deutlich zur Sprache gebracht: Es geht um den Zeitgeist und um nichts anderes.

Pnin


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BeitragVerfasst: Mi, 17.5.06 18:03 
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wenn Zeitgeist bedeutet, dass man "alte Zöpfe" überdenkt und sie ggfs. auch korrigiert oder neu definiert, sich an neuen Erkenntnissen orientierend, dann finde ich das nicht verwerflich... sonst hätte der Mensch auf seinem Baum bleiben können. Was die Definition von "stumm" angeht, so kommen wir wohl auf keinen gemeinsamen Nenner... ich glaube, wir beurteilen Sprache anders... einige messen das in Phon und mein Maß ist Lebendigkeit und Ausdruck. Gebärdensprache kann auch sehr "laut" sein... selbst beim Lormen geht es oft sehr hitzig zu... Ich glaube, das Definitionen oder das, was Du political correctness nennst, den Menschen hilft, sich eine Vorstellung von etwas zu machen. Oft begnügen sie sich mit diesen Vorgaben und sehen nicht die Vielfalt und die vielen versteckten Möglichkeiten und Abweichungen, die sich hinter einer Definition versteckt. Ich finde das manchmal ein wenig beängstigend, weil so viele Dinge an der Oberfläche bleiben, die Dinge bekommen über eine Definition einen Stempel wie "der ist stumm" und gut ist. Gottseidank ist es so, dass Menschen erfinderisch sind und trotz pysiologischer Problemstellungen einen Weg findet, um nicht stumm und / oder sprachlos zu sein.

und so könnten wir noch tagelang weiter diskutieren und wir würden zu keinem Ergebnis kommen.... Aber das ist auch in Ordnung... wo steht geschrieben, dass eine Diskussion immer in Übereinstimmung enden muss

Ich wünsche Dir einen schönen Abend.
liebe Gruesse
Marie


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BeitragVerfasst: Mi, 17.5.06 19:16 
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@Marie37: Irgendwie habe ich den Eindruck, Du redest ein wenig am Thema vorbei. Es ging mir nie darum, der DGS ihren Status als vollwertige Sprache abzusprechen und somti auch nur bedingt um die Frage, was denn nun Sprache sei (ich kenne um ehrlich zu sein niemanden, der Sprache in Phon messen würde). Diese Erkenntnisse hat aber meines Erachtens achtens nichts damit zu tun, welche Bedeutung dem Wort "stumm" zu kommt. Es hat auch nichts damit zu tun, wie man das medizinische und/oder psychologische Phänomen "Stummheit" überwinden könnte. Insofern ... tut mir leid, mich befällt das Gefühl, Du redest am Thema vorbei.

Pnin


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BeitragVerfasst: Mi, 17.5.06 20:25 
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In diesem Falle würde ich Pnin recht geben.
Stumm bedeutet im allgemeinen Sprachgebrauch einfach das, was bei Wikipedia zu finden ist: "kann sich nicht in Lautsprache äußern". Genauso wie blind bedeutet, kann nicht sehen.
Ich finde das dann nicht diskriminierend, wenn es - wie im Beispiel - einfach nur stimmt. Damit soll ja die Person mit der Gaumendeformation nicht diskriminiert werden; keiner sagt damit, es handelt sich um einen minderwertigen Menschen. Es wird einfach nur zum Ausdruck gebracht, daß dieser Mensch nicht sprechen KANN.

Für mein Empfinden ist die Bezeichnung "stumm" für Gehörlose ohne Beeinträchtigung der Stimme unzutreffend, deshalb würde ich das auch nie benutzen.
Aber anstelle von stumm jedesmal zu sagen "kann sich nicht lautsprachlich äußern, weil eine Gaumendeformation vorliegt", das klingt mir sehr wie Behördendeutsch.... "Warum einfach, wenn´s auch kompliziert geht."

Wenn aber dafür ein spezielles Wort benutzt werden soll, so wie taub meist durch gehörlos ersetzt wurde, dann werde ich mich dem auch nicht verschließen. Ich kann mich durchaus anpassen, wenn andere sich durch meinen Sprachgebrauch verletzt fühlen, und das dann entsprechend ändern. :lilangel:


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BeitragVerfasst: Mi, 17.5.06 22:09 
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" ....kann sich nicht in Lautsprache äußern" ...- es ist diese Definition.... stumm ist für mich jemand der sich gar nicht mitteilen kann... insofern kann ich mich mit dieser Definition, wer auch immer sie geschrieben hat oder wo auch immer sie zu finden ist, nicht anfreunden. Ist die Fähigkeit des sprechens wirklich nur eine Sache der Stimmbänder?
lg
Marie


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BeitragVerfasst: Mi, 17.5.06 22:22 
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Aloha Marie,
Zitat:
wie denkst Du darüber?
ich fasse es mal einfacherheitshalber zusammen: die Definition
von "stumm" hängt m. E. von verschiedenen Blickwinkeln ab.

Medizinisch gesehen ist diese Person, die ich oben beschrieben
habe, stumm. Linguistisch gesehen aber ist diese Person nicht
stumm, wenn er sich durch Gebärdensprache äussern kann.

Man schreibt auch: "spricht in Gebärdensprache", also ist der
Verb sprechen m.E. nicht allein auf die Stimmbänder beschränkt.

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BeitragVerfasst: Mi, 17.5.06 22:27 
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Nach meiner Meinung hat Pnin grundsätzlich recht.
Mich stört, das "taubstumm" ein diskriminierendes Wort
sein soll.
Es war bis vor gar nicht langer Zeit eine ganz gewöhnliche
Bezeichnung für taube Menschen, die auch Probleme mit
der Lautsprache haben.
Nach meiner Erfahrung verwenden Hörende das
Wort taubstumm nie diskriminierend gegen tatsächlich
taube Menschen.
Bis vor ca. 25 Jahren nannten sich viele Gehörlose
selbst taubstumm.
Die Mitglieder des berühmten Berliner-Taubstummen-Schwimmverein waren stolz und selbstbewusst.
Ich kenne Gehörlose, die aus verschiedenen Gründen
(Kehlkopfmissbildung etc) nicht lautsprechen können.
Aber eine kann mit Mundbild stimmlos "sprechen" und
ich kann das besser ablesen als bei den meisten
lautsprechenden Hörenden. Das ist aber ein anderes Thema.


Zuletzt geändert von CharlyBrown am Mi, 17.5.06 22:33, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: Mi, 17.5.06 22:33 
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@Marie:
Zitat:
Ist die Fähigkeit des sprechens wirklich nur eine Sache der Stimmbänder?
Dazu sagte die schon oben angegebene Definition der Wikipedia, dass es auch psychologische Ursachen haben kann. Entscheidend ist aber, dass es um die Lautsprache geht, nicht um die Kommunikationsfähigkeit im allgemeinen. Deswegen versuche ich ja auch klar zu machen, dass stumm und sprachlos 2 verschiedene Paar Schuhe sind. Du kannst gerne Deine private Definition für das Wort stumm haben, aber ich habe das so bislang in keinem Lexikon oder Wörterbuch gefunden. Deine Definition von "stumm" ist in meinen Augen synonym mit "sprachlos".

Und hier wird es interessant, wenn man sich ansieht, wie diese Worte im Englischen übersetzt werden. Man findet dann folgendes. Für "stumm" würde ich eigentlich sagen "mute" (kennt man vom Fernseher, die "Mute"-Taste). Es gibt aber noch "silent", "soundless" und ... "dumb", was auch "doof" oder "blöd" heißt.

Umgekehrt kann man "mute" im Englischen manchmal auch mit "sprachlos" übersetzen: Die Redewendung "sprachlos vor Wut" wird im Englischen "he was mute with rage" übersetzt. "Sprachlos" hingegen kann übersetzt werden mit "speechless", "dumbfounded", "aphasic" und eben "mute".

Im Englischen ist das "mute" in "deaf-mute" (taubstumm) vielleicht wirklich gleichbedeutend mit "sprachlos", während im Deutschen "stumm" und "sprachlos" zwei deutlich verschiedene Begriffe sind. Da im Allgemeinen und im Bezug auf die "political correctness" ja alles Gute aus Amerika kommt .... hat man das hier dann mehr oder weniger unkritisch übernommen :-)))

Pnin


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BeitragVerfasst: Mi, 17.5.06 22:41 
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Grübel ...

Wenn gehörLOS gleich taub ist, warum kann dann nicht sprachLOS gleich stumm sein???

Sprachlos - ohne jede Kommunikation.

Also ich schreibe mir notfalls mein eigenes Lexikon ;-)

Gute Nacht ihr Lieben,
Karin


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BeitragVerfasst: Mi, 17.5.06 22:48 
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Zur Zeit wird auch das Wort "gehörlos" als unkorrekt kritisiert.
Einige "Deafies" möchten die US-Bezeichnung Deaf in
Deutschland einführen.
Meine grundsätzliche Meinung:
Korrekte Worte können wichtig sein. Aber man kann auch übertreiben. Immer neue "bessere" Worte finden, ändert nichts an den realen Tatsachen.
Sehr viele Hörende kennen immer noch nicht die Bezeichnung
gehörlos.
Sie nennen taube Menschen immer noch "taubstumm".
Nicht in böser Absicht, sondern weil sie einfach kein
anderes Wort kennen und bei der zweiten Silbe "stumm"
garnicht daran denken, das der so bezeichnete taube Mensch
ganz gut sprechen kann.

Und es gibt auch Menschen, die gut hören aber nicht
lautsprechen können.
Die allgemeine Bezeichnung für diese Menschen ist stumm.
Jeder halbwegs normale Mensch, weis selbstverständlich,
das solche "stumme" Menschen auf andere Art
kommunizieren können.
Also, wenn ein Mensch taub ist und dazu auch nicht lautsprechen kann, kann er dennoch kommunizieren,
ist vieleicht viel intelligenter und gebildeter als so mancher
"Normale".
Er ist medizinisch taubstumm.
Erst gewisse "political-korrektness-Fanatiker" machen
aus dem Wort taubstumm etwas diskriminierendes!


Zuletzt geändert von CharlyBrown am Mi, 17.5.06 23:00, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: Mi, 17.5.06 23:00 
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@Karin:

1.) Ich bin nicht gehörlos, ich bin taub - ganz bewußt! Insofern ist gehörlos nicht identisch mit taub!

2.) Weil schon im Wörterbuch der Gebrüder Grimm für "stumm" steht:
Zitat:
der fähigkeit verständlichen redens physisch ermangelnd


Pnin


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BeitragVerfasst: Mi, 17.5.06 23:03 
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Aloha CharlyBrown,

leider doch, mir sind ein paar Fälle in Österreich bekannt, wo
Hörende aus der Arbeitswelt und im Alltag gehörlose Menschen
wiederholt als "taubstumm" bezeichnen, obwohl die Betroffenen
sie darauf hinweisen, er/sie möchte lieber als gehörlos bezeichnet
werden.
Da diese Hörenden auf die Verwendung von "taubstumm" - obwohl
wissend und in Absicht - nach wie vor bestanden, litten die
betroffenen Gehörlosen an Depressionen. Eine davon war sogar
aus Verzweiflung daran verstorben.

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BeitragVerfasst: Mi, 17.5.06 23:55 
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Lubko, Du schreibst:
"Da diese Hörenden auf die Verwendung von "taubstumm" - obwohl wissend und in Absicht - nach wie vor bestanden, litten die betroffenen Gehörlosen an Depressionen. Eine davon war sogar aus Verzweiflung daran verstorben."
Das ist schlimm. Solche Hörende gehören vor Gericht
und bestraft. Leider gibt es solche böse Menschen
überall in der Welt.
Also, wenn eine Gehörlose wegen solcher bösen Hörenden
gestorben ist, helfen auch keine "schöneren" Worte.
Diese Hörenden sind im Prinzip keine denkenden Menschen.
Es sind Sadisten, Unmenschen, schlimmer als gefährliche
Raubtiere.
Glaubst Du, mit schöneren Worten, gehörlos statt taubstumm,
oder mit "Deafie" kann man solche hörende "Unmenschen" ändern?


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BeitragVerfasst: Do, 18.5.06 6:18 
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Aloha CharlyBrown,

um ehrlich zu sein, nein, man kann DIESE hörende Personen nicht
ändern, auch nicht vor Gericht bringen, weil man für diese Worte
nicht bestraft werden kann. Aber sie mindern die Lebensqualität
der Betroffenen. Wobei ich nicht alle Personen in einen Topf
schmeissen möchte.
Aber wenn man über diese Fälle öfters berichtet, habe ich die
Hoffnung für die Zukunft zu sensibilieren und diese Vorurteile
abgebaut werden.
Doch das ist nicht das Thema, mir geht es darum wie man einen
tauben gebärdensprachkompetenten Menschen mit Daumen-
deformation beschreiben könnte.

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BeitragVerfasst: Do, 18.5.06 6:29 
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:-) Hi Luky, vielleicht ist das einfacher als der Mensch denkt?

Warum nicht: dies ist eine gehörloser, (tauber) Akadekmiker oder Bäcker mit Gaumenspalte.
Man muss doch eigentlich nicht immer alles in eine Form pressen.
Liebe Grüße
Karin


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BeitragVerfasst: Do, 18.5.06 7:43 
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@Karin:
Zitat:
Man muss doch eigentlich nicht immer alles in eine Form pressen.
Richtig. Deswegen halte ich nichts von "Poitical Correctness", weil sie die Sprache in ein enges Interpretationsgerüst presst. Der ganze Druck und die Formulierungsprobleme entstehen doch nur dadurch, dass man zwanghaft und wie erörtert unnötigerweise versucht, bestimmte Worte zu umgehen, nur um sich politisch korrekt auszudrücken und mit dem Zeitgeist zu gehen. Die Erörterungen zeigen doch aber auch, dass das Problem oft nicht beim Sprecher liegt. Der redet davon, dass jemand stumm ist und hat dabei die schon im Grimmschen Wörterbuch angegebene Bedeutung im Kopf. Erst beim Zuhörer entsteht die diskriminierende Interpretation, weil dieser - fälschlicherweise - "stumm" mit "sprachlos" und somit "unfähig zur Kommunikation" gleichsetzt. Zeigt sich nicht die Kommunikationsfähigkeit gerade in solchen Situationen, indem man fragt: "Wie meinst Du denn das?" ????

Pnin


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BeitragVerfasst: Do, 18.5.06 9:29 
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Kann man das so verallgemeinern? Ich kenne viele Gehörlose, die als selbstständige Handwerksmeister auch hörende Lehrlinge erfolgreich ausgebildet haben.
Dabei konnten diese auch nicht (Laut)sprechen, sondern nur gebärden. Sie selbst bezeichnen sich nicht als Taubstumm, sondern als Gehörlose. Die Kommunikation untereinander hat also funktioniert.
Nur Aussenstehende sagten immer Taubstumme, weil sie kein anderes Wort kannten und die Bücher und Zeitungen auch nur so schrieben. Dabei war das sicher nicht böse gemeint.
Heute hat sich schon einiges verändert und man schreibt auch in der Öffentlichkeit mehr zu gehörlose Menschen. Dazu müssen wir selbst auch immer wieder mit beitragen.

Alles Gute

Phoenix

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Die wichtigste Stunde ist immer die Gegenwart. Der bedeutendste Mensch der, der uns gerade gegenübersteht und das notwendigste Werk ist stets Hilfen ermöglichen.


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BeitragVerfasst: Do, 18.5.06 11:28 
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Habe einen sehr interessanten Begriff in der Wikipedia gefunden, der die Probleme, die hier angeschnitten wurde, sehr schön charakterisiert: Die Euphemismus-Tretmühle

Bye

Pnin


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BeitragVerfasst: Do, 18.5.06 12:18 
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Ja, das ist wirklich interessant!!! Danke.
Gruß Karin


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Das habe ich schon vor Jahren ähnlich gesagt:
Neue Wörter ändern nichts am Denken in den Köpfen.
Zum Beispiel war vor einigen Monaten in einer
Zeitung zu lesen:"... Dialog unter Taubstummen"
aufgrund der Proteste wurde dann wenige Wochen
später in ähnlichem Zusammenhang geschrieben:
"... Dialog unter Gehörlosen".
Der Schreiberling jener Zeitung (hab vergessen welche es war)
hat garnichts begriffen. Er hat einfach die negative
Diskriminierung mit einem "korrekten" Wort geschrieben
und glaubt vermutlich, so ist alles richtig.

Besser als neue Wörter "erfinden" und als "political korrekt"
erzwingen, ist es die
Menschen über die grundlegenden Tatsachen und
Zusammenhänge aufklären.


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Hallo Lukbo

um mal aus meiner Sicht auf die eigentliche Frage von Dir zu Antworten!Den Duden auspacke!Aber nicht mal reinschauen muss!
Wenn ich kein Gehör besitze und ferner mein Kehlkopf nicht in der Lage ist Töne zu Erzeugen!
Dann würde ich Dir meinen Zustand als
Taub(ohne Gehör)Stumm(ohne Ton) beschreiben!
Also....schlicht und einfach Taubstumm!
Hier handelt es sich um einen Zustand meines Körpers und keiner Ethik!
Warum sollten wir auf einmal Herrn Dudens Wörter so dermaßen anzweifeln!?Warum Begriffe vergessen oder ändern wollen....die nur etwas Beschreiben!
Nicht mehr und nicht weniger!
Ich bin Hör-Geschädigt........na.....hab ich mich jetzt selbst Diskriminiert!?Nein!....ich habe einen Zustand beschrieben!
Das sagt garnichts darüber aus wie meine Komunikation funktioniert!Wenn ich mein Gerät entferne...bin ich fast Taub!
Hm......pure Beschreibung!
Damit Menschen sich anständig Unterhalten können gibt es nun mal einen gemeinsamen Wortschatz oder gemeinsame GS!Worte und Gesten haben eine Bedeutung!Sicher...hier und da gibts Probleme bei der Wortwahl!
Darüber muss eben jeder selbst entscheiden wie er seinen Sinn vermittelt!Aber doch immer mit Wörter der herkömmlichen Art!
Wenn ich beim Bauern eine Sau haben will (weibliche Form des Hausschweins),dann sag ich das genau so und forder nicht eine Lady,weil mir das zu Vulgär oder gar Unethisch erscheint!

LG Belle

Einen Satz zu Formen ist nicht schwer,
aber den Wörtern Sinn geben wohl schon! :roll:

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Das Herz lügt nicht!


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@Belle

amüsant, aber richtig.

Gesellschaftlich reiht man Menschen, die nicht hören und nicht lesen und schreiben können unter die "Taubstummen". Hier gegen die Maueranrennen bringt nur Beulen.


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BeitragVerfasst: Fr, 19.5.06 7:27 
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Zitat:
Einen Satz zu Formen ist nicht schwer,
aber den Wörtern Sinn geben wohl schon!

Ich find das auch.

Ich bin ebenfalls der Meinung dass "Taubstumm" eher die Bedeutung hat, dass man nicht hören und keine Ton hervorbringen kann, aber z.B. durch Gebärdensprache kommunikationsfähig sind.
Ich bin von den Argumente dass taubstumm=kommunikationsunfähig NICHT überzeugt, aber ich versuche aus Respekt diese Wörter zu vermeiden.
Jedoch stellt sich die Frage: Im Allgemeinen werden Menschen, die "taubstumm" bezeichnet wird, auch mit dumm gleichgestellt. Gegen diese Sinn wehrt man sich.
Andererseits "mißrauchen" Gehörlose diese Wörter um mehr soziale Verständnis, mehr Unterstützung aber auch "Tätschel-Tätschel-i lass dich lieber in Ruh" Beziehung zu erreichen :roll:

Als Alternative zu Lukbos Frage mit "taubstumm" wäre vielleicht "stimmlos Gehörlos".
Eigentlich...
Watzlawik hat geschrieben:
Man kann nicht nicht kommunizieren.

Stimmt, selbst wenn a GL ohne Sprache aufwächst und dann versucht mit Zeichensprache zu kommunizieren klappts auf jeden Fall auch wenns ned sprechen kann bzw. stimmlos ist. Das Problem liegt nur darin, dass man im Allgemeinen glaubt, das Sprechen&Hören sei die einzige Kanal, um zu kommunizieren :roll:

deafmax

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Gehörlos sein ist Leben.


Zuletzt geändert von deafmax am Fr, 19.5.06 10:06, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: Fr, 19.5.06 9:56 
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Also mit diesen Zitaten komm ich nicht zurecht :roll:

Dann eben herkömmlich!

@Auerhahn....

Beulen hat nur der,der sich selbst welche schafft!

@deafmax....

du triffst den nagel auf den Kopf!


>>Jedoch stellt sich die Frage: Im Allgemeinen werden Menschen, die "taubstumm" bezeichnet wird, auch mit dumm gleichgestellt. Gegen diese Sinn wehrt man sich. <<

Ich denke das sind die Auswirkungen an die der Hörgeschädigte
selbst seinen Teil beigetragen hat!
Sicher...früher konnten wir die Schule vorschieben,die an
sich nicht viel Wert vermittelt hat und schon garnicht echtes Wissen,so das es jeder hätte verstehen können!
Aber heute sieht das schon wesentlich besser aus!
Ein Verstecken ist nicht mehr möglich und eigentlich auch
nicht mehr angebracht!Wissen erlernen ist eine Sache des Kopfes und nicht unbedingt der Komunikation!
Ich kenne genügend Beispiele,die eine solche Lernweise für sich
in Anspruch genommen haben.Schlicht und einfach sind die meisten SH oder Gl zu träge sich die Mühe zu machen eigenständig und selbstbewusst was auf die Beine zu stellen!
Und weisst du warum......?
Weil wir tatsächlich oft verhätschelt und getätschelt werden
und uns so ein Gefühl vermittelt wird,das wir eigentlich nicht viel selbst können!
Trauriges Fazit......aber Wahr!
So....wer mir jetzt die Nägel vom Kopf reissen will..."Bitteschön"!

LG Angi

Der Brei ist da um gegessen zu werden und nicht
um ihn herum zu Reden!

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Das Herz lügt nicht!


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BeitragVerfasst: Fr, 19.5.06 19:04 
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ich möchte etwas grundsätzlich klarstellen:
Es stimmt nicht, das frühere Generationen
Gehörloser bzw "Taubstumme" weniger selbstbewusst
waren, eine schlechtere Bildung hatten oder gar
"verwöhnt" wurden.
Nach meiner Lebenserfahrung ist es eher umgekehrt:
Es gab früher relativ viele selbständige gehörlose
Handwerksmeister und fast alle Gehörlosen haben in
verschiedenen Berufen ihren Lebensunterhalt erarbeitet
und waren sehr selbstbewusst in ihrer Identität als
"Taubstumme". Es gab damals keine Sozialarbeiter, Dolmetscher, Gehörlosengeld, Freifahrt im Nahverkehr usw.
Nur wenige, dumme Hörende, dachten "Taubstumm" sind dumm. Das war schon deswegen nicht möglich weil
es damals relativ viele "Taubstumme" gab, die im Beruf und
sonst im Leben tüchtige Menschen waren.
Damit nicht falsch verstanden wird:
Das Leben mit der Taubheit in hörender Umwelt war früher
genauso oder noch schwerer wie heute.
Die meisten tauben Menschen haben zwar ihren Lebensunterhalt erarbeitet, sind aber beruflich nie
über untere bis mittlere Positionen gekommen.

Heute werden junge Gehörlose von Sozialarbeitern, Dolmetschern, oder "Papa und Mama", bis weit über das
25.Lebensjahr betreut und verwöhnt, können Abitur machen,
aber nur wenige kommen beruflich weiter als die
"Taubstummen" früher.
Und das Selbstbewusstsein ist nicht besser als früher.
Manche junge Gl sind nur "agressiv, frech, laut" und denken, das wäre selbstbewusst.

Also, nach meiner Erfahrung war die Bezeichnung "taubstumm"
früher nicht negativer behaftet als heute "gehörlos".
Und wenn in zehn Jahren vieleicht "gehörlos" verpönt
und "deafie" korrekt ist, wird das bei Hörenden nichts
im Denken ändern!

Ich plädiere nicht dafür, die Bezeichnung "Taubstumme"
wieder einzuführen. "Gehörlose" ist heute eine
allgemein bekannte Bezeichnung auch wenn manche
unwissende Hörende ohne böse Absicht das Wort "Taubstumme"
verwenden.
Es geht mir grundsätzlich nur darum, das man nicht
immer neue "schönere" Worte erfinden soll, die garnichts
an realen Tatsachen ändern, eher Verwirrung und
Missverständnisse stiften.


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BeitragVerfasst: Fr, 19.5.06 19:21 
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Liebe Belle,
hier wird mit nichts geworfen;-)

du schreibst:
Zitat:
Wissen erlernen ist eine Sache des Kopfes und nicht unbedingt der Komunikation


Wer nicht fragt bleibt dumm - singen Kinder in der Sesamstraße! :-)

Ich denke, Kommunikation ist das Wichtigste für Wissenserwerb.
Wenn Wissen vorhanden ist, kommt das Selbstbewußtsein fast von allein! (Ausnahmen gibt es natürlich aber es ist eine Grundvoraussetzung, denke ich.)
Viele Karin


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BeitragVerfasst: Fr, 19.5.06 22:43 
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Es ist zwar offtopic, aber trotzdem möchte ich kritisch anmerken, dass wenn das wesentliche Element des Wissenserwerbs die Kommunikation, also die Tradierung, das Weiterreichen von Wissen wäre, dann wäre der Fortschritt der Menschheit nur sehr gemächlich. Es muß noch andere, ebenso wichtige Komponenten geben, z.B. die Erfahrung! Dazu ein kleines Beispiel, das ich kürzlich erst selbst beobachten durfte: Man versuche einem kleinen Kind zu erklären: "Das ist heiß! Fass es nicht an, Du verbrennst Dich!" Ein Kind, dass den Begriff "heiß" noch nicht kennt - erfahren - hat, wird nicht kapieren, was "heiß" bedeutet. Erst die Erfahrung der Hitze wird den Begriff "heiß" mit Leben füllen. Vor diesem Hintergrund wäre ich vorsichtig mit der Aussage, Kommunikation sei wichtig für den Wissenserwerb. Dass sie eine nicht unbedeutende Rolle spielt, steht außer Frage. Der Prozess beschränkt sich aber nicht darauf, insbesondere, wenn man nicht nur den Erwerb bereits bekannten Wissens im Auge hat, sondern auch den Erwerb neuen, unbekannten Wissens.

Pnin


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BeitragVerfasst: Sa, 20.5.06 12:57 
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Hi Pnin, hast du Kinder ?
Nun ich denke du hast Recht - Erfahrung ist auch total wichtig - aber so manches muss kommuniziert werden, wir können ein Kind ja nicht vom Balkon fleigen lassen, damit es erfährt, dass es nicht fliegen kann :-)

Natürlich gibt es mehr Aspekte als nur die Kommunikation, es gehört eine Menge dazu. Zu wie viel Prozent das eine oder andere dazu beiträgt ein Kind zu erziehen, kann ich dir auch nicht sagen.
Liebe Grüße
Karin


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BeitragVerfasst: Sa, 20.5.06 18:12 
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Hallo @Karin

Manchmal würde ich echt gerne bisserl werfen*lächel

Lieber@ Auerhahn...

ich habe mit keinem Wort den Fleiss von Gl oder Sh
angezweifelt!Die Menschen,die heute im Rentenalter sind
mussten wirklich viel Arbeiten!
Aber die Praxis zeigt ganz eindeutig und ich habe sehr viele davon kennengelernt,dass diese Hörgeschädigten Menschen meist auf normalen(dieses "normal" wird mich wieder Kopf und Kragen kosten!Wetten!*lach) Schulen waren und wenn nicht,die Bildung durchaus zu wünschen übrig lies!Diese Generation ist keinesfalls verhätschelt!
Vielleicht hast du Gesehen,das sich mein Satz auf eher mein Baujahr bezieht!Ich habe mich miteinbezogen!
<<Weil wir tatsächlich oft verhätschelt und getätschelt werden >>

Hallo @Pnin

Sicher ist die Praxis ebenfalls sehr Lehrreich!
Können wir oft genug erkennen,oder? :roll:

Das ist schon richtig...das was wir als Kinder lernen!
Egal in welcher Form jetzt...Praxis...Theorie,
ist oft ausschlaggebend wenn wir später unser "Wissen"
erweitern wollen!Ach übrigens......ich hab drei Kinder! :wink:

LG und ein schönes Wochenende
Belle

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Das Herz lügt nicht!


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BeitragVerfasst: So, 21.5.06 21:52 
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TAUB- SPRECHBEHINDERT?? :roll:

ciao beethoveny

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Die grössten Wunder gehen in der grössten Stille vor sich. (Wilhelm Raabe)


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BeitragVerfasst: Mo, 22.5.06 13:44 
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"Taubstumm" ist ein biblisches unausrottbares Wort. Es gibt ärgere Wörter. Es kommt auch vor, dass man mit jemanden lange gesprochen hat und dann sagt der Dolmetscher " derjenige oder diejenige ist taubstumm" (selbst erlebt). Sich darüber aufzuregen oder sich was antun ist nicht klug.


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BeitragVerfasst: Di, 15.8.06 5:57 
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Aloha Leutz,

interessant ist, dass ausgerechnet der bekannt gewordene [url=http://www.spiegel.de/zwiebelfisch]Zwiebelfisch von
SPIEGEL ONLINE[/url] sich diesem Thema schon einmal gewidmet hat. Und was
Bastian Sick dazu geschrieben hat, ist mir einiges neu! :o

Siehe:
Wie steigert man "doof"?

Zitat:
Das Wort "doof" stammt aus dem Niederdeutschen und bedeutete
ursprünglich nichts anderes als "taub". In Hamburg gibt es einen Seitenarm
der Elbe, der noch heute "Dove Elbe" heißt - "taube Elbe" also, weil er
keine Durchfahrt bietet.

Weil gehörlose Menschen in früheren Zeiten oft für geistig behindert
gehalten wurden, wurde "doof" zum Synonym für "dumm". "Dumm"
wiederum kommt vom mittelhochdeutschen Wort "tump" und bedeutet
"stumm, töricht".

Anfang des 19. Jahrhunderts drang das Wort "doof" von Berlin aus in die
Hochsprache ein. Da es sich jedoch um einen umgangssprachlichen
Ausdruck handelte, der in der Schriftsprache verpönt war, gab es lange
Zeit keine Festlegung der Schreibweise.

_________________
deitschsprachig? gebärdensprachig! :-)))


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BeitragVerfasst: Di, 15.8.06 7:26 
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Ich habe in meiner Familie mütterlichseits eine handfeste Portin von Menschen, die aus eigenen Familien mit Standsesdünkel" gesegnet ist. Ich bin da grundsätzlich höflich "taubstumm" und kurz angebunden, treffe ich einen solchen Zeitgenossen. Weil ich mir denke: Menschen kann man nicht ändern.Die Abneigung bezog sich auf das "anders reden".Das "deutlich sprechen" etc.etc.

Ich habe dann noch andere Menschen in einem anderen Familiezweig getroffen, deren Standesdünkel "ätzend" war. Denen bin ich nach Möglichkeit aus dem Weg gegangen, Weil sich der Mensch in mancher Situation selber schützen muß um sich nicht bleibende Schäden seiner "Seele oder seines Selbstbewußtseins" einzuhandeln.

Dann gibt es noch eine dritte Version, man ist gehörlos, trifft andere Gehörlose und ist automatisch "nicht gehörlos" weil man das "Mundwerk oder die Beißwerkzeuge" bewegt.Auch denkt man anders als die anderen. Sich darüber zu ärgern bringt auch nichts."Take it easy".

Es ist besser, man nimmt sein Leben so wie man es bekommen hat und nimmt es gelassen. Ob ich "taubstumm, doof, unbeholfen, bedürftig "oder sonstwas bin, ist mir vor mir selber egal. Nur eines muß ich zugeben: ich bin ein freier Mensch. Das ist auch was.Ich zähle mir meine Vorzüge auf und bins es zufrieden,doof sind manchmal auch andere.


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BeitragVerfasst: Di, 15.8.06 14:23 
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Hmmh, also das ist schon alles so eine Sache mit dem Ausdruck "taubstumm". Ich persönlich versuche ihn auch zu vermeiden, denn ich finde, dass, wie schon geschrieben wurde, kein Mensch, der sich in irgendeiner Weise mitteilen kann, stumm ist. Taub (gehörlos) vielleicht, aber keineswegs stumm. Hatte auch schon heftige Diskussionen mit Leuten, die meinten, dass Gehörlose stumm seien. Aber die haben dann auch einen sehr eingeschränkten Blickwinkel, der es nicht zulässt zu erkennen, dass Sprache nichts mit Lauten zu tun hat.

Weiterhin ist es aber auch so, dass Sprache immer dem Sprachwandel unterliegt und dass sich Bedeutungen von Wörtern verändern können. Z. B. das Wort "geil" hatte früher eine ganz andere Bedeutung und heute denkt keiner an diese Bedeutung, wenn er das Wort nutzt. Nur weil früher "taubstumm" eine negative Assoziation (taub = dumm usw.) hatte, heißt das nicht, dass jeder, der heute das Wort benutzt, die gleiche Assoziation hat. Er ist es vielleicht einfach nur gewohnt es zu benutzen, da er es schon immer genutzt hat und nicht weiß, wie er es anders ausdrücken soll. Oder sie machen sich keine Gedanken, welchen negativen Beigeschmack das Wort für Gehörlose haben könnte. Sie reflektieren nicht über die Bedeutung oder die Wortherkunft. Natürlich gibt es leider immer noch Menschen, die mit "taubstumm" Dummheit oder verminderte Intelligenz gleichsetzten, aber ich denke, dass liegt weniger an dem Wort selbst. Vielmehr spielen Vorurteile und gefährliches Halbwissen eine Rolle. Diese Menschen setzen sich nicht damit auseinander und machen sich einfach nicht die Mühe mal über den Tellerrand zu schauen. Das ist dumm. Daher kann ich auch gut verstehen, dass viele Gehörlose dieses Wort als Beleidigung empfinden, denn für sie steht der Gebrauch des Wortes in Verbindung mit Diskriminierung (auf die sie sicherlich oft stoßen) von Hörenden.

Es kommt nicht darauf an, was man sagt, sondern wie man es sagt.

Grüsslies
Nanja

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Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.


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BeitragVerfasst: Di, 15.8.06 21:32 
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Nanja, stimmt, wichtig ist nicht was man sagt, sondern
wie es gemeint ist.
Taubstumm war früher keine Beleidigung und nur
selten mit dumm verbunden.
Bevor das Wort gehörlos eingeführt wurde, war
Taubstumme einfach die Bezeichnung für taube Menschen
die Gebärdensprache benutzten.
Manche Hörende wissen immer noch nicht, das heute
das Wort Gehörlose richtig ist.
Die "Taubstummen" selbst hatten das Wort im Vereinsnamen
und standen selbstbewusst dazu.
Das es heute ein beleidigendes Wort sein soll, ist irgendwie
übertrieben.


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BeitragVerfasst: Sa, 9.9.06 21:38 
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"taubstumm" ist unkorrekt? Aber warum wird dann
im Taubenschlag bei einem Bericht über Filme mit tauben Darstellern das verpönte Wort "taubstumm" verwendet??!

Kopie aus dem Taubenschlag:

Krimikomödie Eine Leiche zum Dessert gibt es eine taubstumme Köchin, in 11'09''01 - September 11 möchte sich am Morgen des 11. Septembers eine taubstumme Frau (Emmanuelle Laborit) von ihrem Freund trennen und in Die stumme Zeugin wird die taubstumme Billy Zeugin eines Mords - Action und Spannung satt also.

In Spielfilmen ist "taubstumm" OK?
Weil Emmanuelle Laborit eine "Taubstumme" spielt?


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BeitragVerfasst: Di, 12.9.06 12:38 
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@charly,
weil vielleicht aus dem englischen "deaf" immer noch als "taubstumm" definiert wird. Mir täte interessieren was dann "deaf and dumb" auf deutsch heissen würde: Stummer Taubstummer? :o

Jedenfalls finde ich:
taubstumm = taub und stumm aber kommunikationsfähig mit gebärdensprache.
Jedoch wie wir die Hardliner-Lager der GLies kennen, verneinent man das heftig.

lg deafmax

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BeitragVerfasst: Mi, 8.11.06 19:02 
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Das Wort "taubstumm" bleibt bestimmt noch 100 Jahre! *denkanhonimitmauer* *fg*


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BeitragVerfasst: Mo, 13.11.06 6:02 
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@CharlyBrown,
moechtest du, dass Bernd jede Erwaehnung von 'taubstumm' bei jedem Zitieren aus der Presse ins 'taub' oder 'gehoerlos' umwandelt? Oder glaubst du gar, dass jemand von TS die Beschreibungen geschrieben hat?

Das Wort 'taubstumm' war frueher nicht selten mit "dumm" von Hoerenden verbunden. Das ist Tatsache! Nur fuer taube Leute vor dem ersten Weltkrieg hat das Wort keine negative Bedeutung, wenn sie sich selbst so nannten. Das Wort 'gehoerlos' wurde verstaerkt in der Bedeutung von "taub, aber sprechend" schon vor dem zweiten Weltkrieg in der Stillen Presse eingesetzt, weil sie sich der oralistischen Anschauung, dass sie in der Hoerenden Welt weiter als sprechende Menschen kaemen als gebaerdende, zu eigen gemacht hatten.

Dass 'taubstumm' ein beleidigendes Wort ist, kommt aus den allgemeinen Erfahrungen im Umgang mit Hoerenden, wie sie die diskriminierenden Nebenwirkungen erlebten.

@Deafmax,
nur einige deutsche Uebersetzer haben 'deaf' ins 'taubstumm' uebersetzt. Sie haetten das nicht tun sollen.
Es gibt Uebersetzungen, die nur das Wort 'taub' benutzen, wie im Roman "Der Schamane". Der Taube Rabe kann weitere Titeln angeben, wo nur das Wort 'taub' benutzt wird.


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BeitragVerfasst: Mo, 13.11.06 7:54 
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Zitat:
Sie haetten das nicht tun sollen.

Diese Leuten hatte sich dabei nichts gedacht. Das Bild der Gehörlosen war lange Zeit damit geprägt dass sie taub und durch Stummheit dumme Menschen sind.

Ich bekomme immer wieder Komplimente von Menschen, die sich über mein lautsprachliche Fähigkeiten wundern trotz Gehörlosigkeit. Hartmut, deine Initiativen in alle Ehren, aber so ist es nun mal: Die meisten Menschen denken, ohne Hören hat man keine Chance zum Leben. Wer hört hat NIE Ruhe. Ruhe, Stille bedeutet für sie "leise, so wenig wie möglich - abertrotzemwas- zu hören". Absolut nichts zu hören ist für Hörende ein Leben wie wenn nur Kopf und Ohren haben ohne Körper, ohne Arme und Beine.
So ist es einfach.

http://www.gehoerlose.de/viewtopic.php?t=1112#14554
Amen!

deafmax

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BeitragVerfasst: Mo, 13.11.06 8:42 
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Deafmax,
wäre bei Dir nicht anders, wenn Du hörend geboren wärest :-))) .
Und wer sagt Dir, daß wir NIE Ruhe haben ? So sehr ich Deinen Standpunkt auch respektiere und sogar bewundernswert finde (klasse, wenn man sich genau so nimmt und gut findet, wie man ist !): Auch wir haben unsere Ruhezeiten, wo wir keinen Lärm haben, gut, einen gewissen Geräuschpegel, aber der stört dann nicht weiter, und irgendwo habe ich das im gl-cafe ja schon geschrieben, das Gehirn filtert dann auch, wenn es dauerhaft zuviel wird. Leute, die an der Straße wohnen, "hören" den Straßenlärm irgendwann nicht mehr. Klar, wenn sie drauf achten, dann hören sie ihn, aber sie nehmen ihn während der Alltagsroutine nicht mehr bewußt wahr. Geht sogar so weit, daß sie, wenn sie im Urlaub mal völlige Stille haben, DESHALB nicht schlafen können, weil der gewohnte Schallpegel fehlt.


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BeitragVerfasst: Mo, 13.11.06 8:58 
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@rainbow,
ja, gerade das ist es was ich ansprechen möchte, selbst wenn man alles hört, schaltet sich das gehirn auf "aus" auch wenn man das hören wahrnimmt. Wie ist es aber, wenn man NICHTS hört und verzweifelt an der EIN-Taste im Gehirn zu einschaltet versucht?
Das wäre doch ziemlich schlimm, oder?
Deswegen ist es schwer zu verstehen, dass gehörlose Menschen nur Menschen ohne Hören sind, sondern immer noch Taubstumme sind. Nur darauf will ich aus.
Entschuldige, ich nehme Ruhe anders wahr, wollte den Hörenden da nicht auf den Schlips treten, ok :angel:

Übrigens, ich BIN hörend geboren... und mit 2 Jahren ging mein Hören flöten. Mit 12 habe ich es bewusst nicht mehr "vermisst". Heute weiss ich nimmermehr wie das Hören beim Hören ist und brauchs auch nicht zu wissen :-)))

lg deafmax

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