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 Betreff des Beitrags: taktile gebärden
BeitragVerfasst: Mi, 6.7.05 15:15 
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hallo,
ich frage mich schon ne weile, wie genau taktiles gebärden funktioniert?
wie das beim fingeralphabet geht, kannich mir ja vielleicht noch vorstellen.. aber wenn man was anderes gebärdet?
legt der taubblinde dann einfach die hände auf die des anderen und folgt so den gebärden, oder wie?


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BeitragVerfasst: Do, 7.7.05 17:49 
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hallo fortuna

Zitat:
hallo,
ich frage mich schon ne weile, wie genau taktiles gebärden funktioniert?
wie das beim fingeralphabet geht, kannich mir ja vielleicht noch vorstellen.. aber wenn man was anderes gebärdet?
legt der taubblinde dann einfach die hände auf die des anderen und folgt so den gebärden, oder wie?


ja so ungefähr...
der taubblinde "fühlt" die gebärden indem er seine hände auf die hände des gebärdenden legt. bewegungen, handstellung etc. ob alle gebärden erkannt werden können weiss ich aber nicht, hab mich erst einmal unterhalten in taktiler gebärde. das war aber ein tolles erlebnis u. wer es einmal erlebt hat, der hat keine scheu mehr sich mit taubblinden zu unterhalten...
weiters werden worte buchstabiert mit lormen. oder sogar die buchstaben auf die handfläche "schreiben" für lorm-nieten wie mich.wir gebärden ja auch u. buchstabieren dazwischen hin u. wieder wörter mit fingeralphabet. der taubblinde benutzt eher lormen als fingeralphabet abfühlen.
taktile gebärden verwenden meines wissens nach nur diejenigen taub-blinden, die vorher auch gebärdensprache benutzten. NACH der erblindung u. ohne gebärden-kenntnisse ist es wohl selten möglich, gebärden abzufühlen.
phoenix weiss dazu sicher mehr!
lg beethoveny

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BeitragVerfasst: Do, 7.7.05 18:52 
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Hallo Beethoveny,

Du hast das schon ganz gut beschrieben. Mit den taktilen Gebärden legt der betroffene sehbehinderte oder blinde Gehörlose seine Hände auf die Hände seines Gegenübers und folgt den Gebärden. Man kann das schwer beschreiben. Wenn Du prüfen willst, ob man Dich dabei versteht, dann beobachte genau das Gesicht. Denn oft huscht ein Lächeln übers Gesicht. Na also. :wink:

Mit dem taktilen Fingeraphabet funktioniert die Kommunkation nicht bei allen gleich. Denn Hörsehbehinderte mit bestimmten Augenerkrankungen zum Beispiel, konnten das Fingeraphabet nicht erkennen, ganz im Gegensatz zu den Gebärden.

Darum kommen alle Kommunikationsformen, auch das Lormen mit zum Einsatz.
Danke für Deine gute und wertvolle Mithilfe!

Außerdem herzlichen Glückwunsch heute für Dich. Warum? Du hast soeben den 24 000. Beitrag im Forum geschrieben. :wink:

Alles Gute und viel Spass bei der Vorbereitung des 2.Treffens der Hörsehbehinderten und Taubblinde in Linz.

Phoenix

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Die wichtigste Stunde ist immer die Gegenwart. Der bedeutendste Mensch der, der uns gerade gegenübersteht und das notwendigste Werk ist stets Hilfen ermöglichen.


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BeitragVerfasst: Do, 7.7.05 19:08 
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hallo phoenix
oh danke für dein lob :oops: ein dickes lob aber auch zurück für deine unermüdlichen einsätze!!! :yelclap:

24.000. beitrag? woher weisst du das, steht das irgendwo?oder zählst du alle mit :-))) vielleicht zum einschlafen statt schäfchen zählen :lol:

mit dem gesichtsausdruck hast du recht. und ich gebe zu, MEINER war bei der ersten taktilen unterhaltung wohl ziemlich ratlos:shake: u. besorgt, irgendwas falsch zu machen. ich hatte aber einen wunderbar lockeren "gesprächspartner" u. weiss jetzt dass eigentlich nichts schief gehen kann. irgendeine form gibt es immer zur verständigung:cheering: wenn etwas nicht verstanden wurde. und sei es eben oben beschriebenes "schreiben" auf die handfläche.:ylsuper:

ciao beethoveny

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BeitragVerfasst: Sa, 9.7.05 4:58 
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Einige Anpassungen werden beim taktilen Gebaerden gemacht. Erfahrene Dolmetscher machen das unbewusst. Fuer Taubblinde unsichtbare Gesichtsausdruecke werden durch Zusatzgebaerden oder veraenderte Bewegungsdynamik wiedergegeben. Manche Zweideutigkeiten werden durch verschiedene Techniken disambiguiert.

Es gibt auch Blinde, die taub geworden sind und taktil gebaerden. Ihre GS zeigt den Akzent eines spaeten Zweitsprachlernenden. Mit ihnen wuerde ich nicht in der idiomatischen GS eines echten Tauben benutzen. Sie muessen diese idiomatischen Ausdruecke erst kennenlernen. Mit einem blinden Journalisten (nur ein wenig schlechthoerend) habe ich ueber ASL Idiome geplaudert. Die notwendigen Gesichtsausdruecke fuer diese Idiome hat er auf meinem Gesicht abgetastet. Ihn haben die kernigen Ausdruecke sehr angetan. Somit konnte er nachvollziehen, warum taube Menschen im Gegensatz zu Blinden eine besondere Kultur geformt haben.

Hartmut


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BeitragVerfasst: Sa, 9.7.05 21:19 
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danke euch für eure ausführlichen antworten :) fand ich sehr interessant das zu lesen :)


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BeitragVerfasst: Fr, 2.12.05 8:55 
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In der Zeitschrift "Das Zeichen", die von der Gesellschaft für Gebärdensprache in Hamburg herausgegeben wird, steht auf der Seite 384 ausführlich zu taktilen Gebärdensprache für Hörsehbehinderte und Taubblinde geschrieben. Auch mit Grafiken und verschiedene Dialogformen mit Einhandgebärden oder mit Sprecher- und Hörerhand.
Der Artikel ist interesannt zu lesen. Leider aber nicht im Internet offen zum Lesen.

Viel Spaß beim Studieren und Weiterlernen
und alles Gute

Phoenix

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BeitragVerfasst: Sa, 3.12.05 1:46 
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danke für den tipp :-)
hab die zeitung (auch?) aboniert und den artikel sehr interssiert gelesen... :)


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