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BeitragVerfasst: Mi, 13.2.13 19:08 
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Hallo und so. ich habe das Usher Syndrom, also hochgradig sehbehindert.

So wie ich gehört habe, werden Kosten von rund 421 € für Hörgeräte von der Kasse übernommen. Wie sieht da aus, wenn ich blind bin? ich muss mich doch dann auf meine andern Sinne verlassen können. Und da man bei mir beim Sehen nichts verbessern kann, müsste ich doch die bestmögliche Versorgung mit Hörgeräten bekommen.

Zwar hat das Bundessozialgericht (BSG) am 17.12.2009 entschieden, dass Hörgeschädigte einen Anspruch auf die Versorgung mit hochwertigen Hörgeräten haben. Aber an der Entscheidungspraxis der gesetzlichen Krankenkassen hat sich jedoch nach Veröffentlichung dieses Urteils nichts geändert.

Nun zu meiner Frage. Hat jemand hier Erfahung mit dem Durchsetzen von dem o. g. Urteil bei der Krankenkasse? Gibt es eine Möglichkeit, das ich über dem Festbetrag eine Kostenübernahme für meine neuen Hörgeräte bekommen kann.?

Vielen Dank für Euere Hilfe.


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BeitragVerfasst: Do, 14.2.13 12:08 
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Hallo,

ich habe meine Hörgeräte noch vor dem Urteil vom 17.12.2009 komplett durch die Krankenkasse finanziert bekommen.


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BeitragVerfasst: Do, 14.2.13 19:52 
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@hörbi
Das lässt mich hoffen, dass ich das bei meiner AOK auch durchbekomme.
Wie hast du da argumentiert? Oder ging das ohne Probleme?


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BeitragVerfasst: Fr, 15.2.13 7:59 
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Zunächst musste ich in Widerspruch gehen, da meine Krankenkasse erstmal nur den Festbetrag übernehmen wollte. Den Widerspruch habe ich folgendermaßen begründet.
"Solange ein Gleichziehen mit Normalhörenden nicht möglich ist, besteht ein gesetzlicher Anspruch auf hochwertige Hörgeräte" (vgl. Urteil des Bundessozialgerichts vom 15.06. 2004)
Des Weiteren habe ich meiner Krankenkasse mitgeteilt, dass ich Klage beim zuständigen Sozialgericht einlegen werde, wenn sie erneut die vollständige Kostenübernahme ablehnen. Eine Woche später hat sie alles bezahlt.
Es gibt mittlerweile zwei Sozialgerichtsurteile, die sich auf das Urteil vom 17.12.2009 beziehen. Beide Urteile sagen klar und deutlich, dass ein Anspruch auf Hörgeräte immer ein Anspruch auf eine Optimalversorgung ist. Gib mal bei google Kostenübernahme von Hörgeräten ein. Dann müsstest Du auf ein Urteil des Sozialgerichts Detmold kommen.
Des Weiteren weiß ich, dass die AOK die vollständigen Kosten für Hörgeräte übernommen hat, da ein Versicherter auf das Urteil vom 17.12.2009 verwiesen hat.


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BeitragVerfasst: Fr, 15.2.13 11:31 
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@hörbi,

vielen Dank für deine auführlichen Tipps. Ich werde es so machen und wenn alles geklappt hat, werde ich hier das Ergebnis posten.

Nochmals Danke für deine Unterstützung. :D


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BeitragVerfasst: So, 17.2.13 14:35 
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Bzgl. der vollständigen Kostenübernahme Deiner Hörgeräte musst Du folgendermaßen vorgehen.

1. Gehe zum HNO - Arzt und lasse Dir eine Verordnungh über Hörgeräte ausstellen.
2. Mit der Verordnung über Hörgeräte gehst Du zum Akustiker
3. Teste mindestens zwei Hörgeräte zu Festbeträgen und mindestens zwei Hörgeräte, die über den Festbetrag liegen sowohl im
Beruf als auch im Alltag
4. Unterschreiber nicht den Passus, dass du die Beträge, die über den Festbetrag liegen, selber übernimmst. Erst recht nicht, wenn
Du Hörgeräte haben willst, die über den Festbetrag liegen.
5. Entscheide Dich für das Hörgerät, mit dem Du im Alltag und im Beruf am besten zurecht kommst
6. Lasse Dir nun vom Ohrenarzt bestätigen, dass das ausgewählte Hörgerät notwendig, zweckmäßig und ausreichend ist, um Deine
Hörschädigung am besten auszugleicvhen.
7. Bitte Deinen Ohrenarzt um einen Anpassungsbericht über die getesten Hörgeräte
8. Bei der AOK stellst Du einen Antrag auf vollständige Kostenübernahme. Leghe hierbei die Verordnung des Ohrenarztes über
Hörgeräte, den Anpassbericht des Akustiker, den Kostenvoranschlag über das ausgewählte Gerät und die Bestätigung des
Ohrenarzt, dass Du auf die ausgewählten Hörgeräte angewiesen bist.
9. Übernimmt die AOK zunächst den Festbetrag, kannst Du hier gegen innerhalb von vier Wochen Widerspruch einlegen (Verweis auf
Urteil des Bundessozialgerichts vom 17.12.2009)
10. Übernimmt die AOK auch nach dem Widerspruch die vollständigen Kosten nicht, kannst Du innerhalb von vier Wochen Klage beim
zuständigen Sozialgericht einlegen
11. Eine Klage beim zuständigen Sozialgericht ist kostenlos. Es ist nicht notwendig einen Anwalt hinzuziehen.
12. Bei Aussicht auf Erfolg übernimmt eine Rechtschutzversicherung für den sozialen Fall die Anwaltskosten. Es sollte dann ein
Fachanwalt für Sozialrecht dazugezogen werden. Gewinnst Du vor dem Gericht, muss die Gegenseite die Prozesskosten und die
Anwaltskosten bezahlen.


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BeitragVerfasst: Do, 4.7.13 10:54 
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Ich habe jetzt einige Hörgeräte getestet und habe meinen Akustiker gesagt, dass ich vorhabe falls die Hörgeräte mit denen ich am besten klarkomme, über dem Festbetrag liegen, ich bei der Krankenkasse beantragen werde, diese ganz (ohne Zuzahlung) zu übernehmen. Die Geräte mit dem ich am besten hören kann liegen pro Geräte 400,- Eur über dem Festbetrag. Mein Akustiker mein nun, das die Krankenkasse Ihm (wegen der Verträge mit der Krankenkasse) verpflichten könnte diese Kosten zu übernehmen, bzw. ihm auferlegt diese mir zum Festpreis zu überlassen.

Das kann doch nicht sein, oder?


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BeitragVerfasst: Di, 9.7.13 18:09 
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Ich habe das zwar immer noch nicht verstanden, aber es ist wohl so, dass..

Im Versorgungsvertrag hat sich der Akustiker gegenüber der Krankenkasse verpflichtet, Sie "zum
Vertragspreis" mit Hörgeräten zu versorgen, die einen angemessenen Ausgleich Ihres Hörverlusts gewährleisten. Dabei ist es unerheblich, was diese Geräte den Akustiker "im Einkauf" kosten.
Argumentiert der Akustiker jetzt nachvollziehbar und überzeugend, dass er das ohne "Aufzahlung" nicht kann, so pocht die Krankenkasse auf den abgeschlossenen Vertrag. Es liegt in der Logik des Vertrags, dass dann nicht Sie, aber Ihr Akustiker die Aufzahlung tragen muss. (Das ist in der Praxis vorgekommen.)


Quelle: http://www.schwerhoerigen-netz.de/RATGEBER/HOERGERAETE/PDF/beratungsrichtlinie.pdf


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BeitragVerfasst: Mi, 10.7.13 13:08 
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Das ist ein typisches Beispiel dafür, wie die Kasse versucht sich vor ihre Verpflichtung zu drücken. Im Forum von Schwerhörigen Netz haben schon Betroffene davon berichtet, dass Akustiker gedroht haben die Versorgung einzustellen, wenn sie den Aufpreis selber zahlen müssen. Es ist wichtig mit dem Akutistiker zu sprechen, um hier eine gute Lösung für beide zu erzielen. Gegenüber der Krankenkasse würde ich gut begründen, warum du mit Festbetraggeräten nicht ausreichend versorgt werden kann.
Die Kasse muss Deine Hörgeräte bezahlen, denn ein Anspruch auf eine Versorgung mit Hörgeräten, bedeutet immer ein Anspruch auf eine Optimalversorgung.


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BeitragVerfasst: Mo, 22.7.13 10:20 
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Ich habe meine Hörgeräte und muss nichts dazu zahlen. Von meiner Krankenkasse bekomme ich die erhöhte Zuzahlung und bin sehr zufrieden mit meiner Akustikerin, sowie mit meinen neuen Hörgeräten.

Dank nochmals für Euer Unterstützung.

Hier noch ein Link, der für Usher Syndrom User interessant sein könnte.
http://www.raatzfatz.de/index.php?menuid=20
Dort beschreibt eine Usher Syndrom Geschädigte wie sie Ihre volle Kostenübernahmen für hochpreisige Hörgeräte bei der Krankenkasse durchgesetzt hat.


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